Fuchs und Ganser

Realitäten können sich verspäten. Das Schweizer Fernsehen ist leider der Zeit nicht gewachsen. Anders lässt sich die Steilvorlage nicht erklären, welche SRF in der Arena vom 24.2. Daniele Ganser gegeben hat. Zur Person Ganser ein Bericht in der WOZ.

Ich persönlich mochte Ganser einst sehr. Ein Historiker der sich wissenschaftlich mit 9/11 auseinandersetzt und dessen Hochschulkarriere an der Unmöglichkeit der offiziellen Version zu diesen Ereignissen zu Grunde geht. Ein Paradebeispiel für die Grenzen der Aufklärung auf Grund von Machtverhältnissen und Manipulation der historischen Erzählung in der Gegenwart für die Zukunft.

Nur schon sein Kampf gegen Wikipedia ist bezeichnend, weil er keine Chance hat, dass sein Forschungen zu 9/11 dort nicht als Verschwörungstheorien bezeichnet werden. Streng genommen, sagt er sowieso richtig, dass alle Theorie zu 9/11 Verschwörungstheorien sind, denn irgend jemand hat sich ja verschworen um diese Anschläge auszuüben. Es stand ja vor her nichts darüber in der Zeitung.

Aber leider hat sich der gute Mann inzwischen nicht nur inhaltlich sondern auch ideologisch total verlaufen. Die sehr wichtige Forschung zu Terrorismus in Europa ab den 50er Jahren welche Ganser geleistet hat, Stichwort Gladio, sabotiert er seit einiger Zeit selber, weil er es nicht lassen kann, mit ziemlich komischen Gestalten zusammen zu arbeiten und vor allem auch selbst Sachen von sich zu geben, die man nicht mehr ernst nehmen sollte. Leider, wirklich leider ich gebe es offen zu, ich war richtig begeistert von dem Mann, sehr lange, und ich bin es nicht mehr und zwar nicht wegen den bösen Massenmedien, oder weil mir seine Meinung nicht passt, sondern auf Grund seiner Aussagen und Auftritten.

Mich störte schon seine zu einfachen und zu verfrühten Erklärungen zu den Hintergründen des Syrienkrieges. Das konnte man aber noch als andere Ansicht abtun. Einfach kritisieren das hier ein komplexer Vorgang einer zu klaren Schwarz/Weiss Logik unterworfen wird. Total verloren hat er mich aber, als ich eine Vortrag von ihm entdeckte wo er behauptet Klassenkampf sei eine Fantasiegespinnst um die Menschheit zu spalten. Wer so etwas sagt, hat einfach nicht mehr alle Tassen im Schrank oder falls doch, böse Absichten.

Man kann vom Konzept die Menschheitsgeschichten als Klassenkampf zu sehen, halten was man will, es auch für totalen Humbug befinden. Zu behaupten diese Idee wäre zur Spaltung der Menschheit extra erfunden worden, bezieht sich aber so offensichtlich auf rechtsextreme und antisemitische Narrative, dass es sich nicht bloss um eine simple populistische Vereinfachung zwecks Vermittlung pazifistischer Inhalte handelt. Keine Ahnung ob Ganser am Kampf gegen die Windmühlen des Konformismus verrückt geworden ist, mit Ken Jebsen zuviel Gras geraucht oder ob er schon immer an der geistigen Krücke des europäischen Nationalismus gehumpelt ist. Ich kann den Mann und das finde ich wirklich wahnsinnig schade, nicht mehr für Voll nehmen.

Nun hatte das Schweizer Fernsehen in Person des Teams von „Einstein“einen Beitrag produziert zu 9/11 und WTC7. Ich werde Ganser´s Thesen dazu nicht nochmals wiederholen, schaut euch das selber an. Seine Kritik ist berechtigt und kriegt auch heute noch viel zu wenig Aufmerksamkeit. Auch das als Kontext dieser Kritik in der Sendung Beiträge zu anderen „Verschwörungstheorien“ gemacht wurden, hätte mich als Ganser genervt. Das hat er in einer Mail an das SRF geäussert. Auf Twitter hat er sich über die ganze Sendung kritisch geäussert. SRF hat ihn nun in die Arena eingeladen und seine Mail gekürzt und aus dem Zusammenhang gerissen gezeigt und als vermeintlich gegenteilig Aussage seines Tweet interpretiert. Man wollte ihn quasi als jemand darstellen der an einem Tag dies behaupter, und an einem Tag etwas anderes.

Und Ganser hat sich in der Sendung völlig zu Recht darüber echauffiert und tut es auch ein paar Tage danach noch. Denn ja das war eine billige und falsche Konstruktion des SRF. Und ja, selbst wenn die Tatsachen hier nicht falsch dargestellt worden wären, was ist das für eine Art Füdlibürgerjournalismus jemanden auf diese Weise blosszustellen. (Das ORF macht bei der FPÖ diesen Fehler auch immer mal weider, statt die wirklich grob fahrlässigen Schnitzer dieser Popfaschisten zu beleuchten.) Man hätte dem Mann die Chance geben sollen mitzudiskutieren und wenn man es denn kann, ihn argumentativ zu zerlegen.

Stattdessen hat man das überhaupt Dümmste gemacht, denn nun fühlen sich alle Ganserfans natürlich in ihrem Weltbild bestätigt. Watson macht dann noch ein Interview mit dem Moderator der Arena und der erzählt halt nochmals den falschen Ablauf, obwohl sich Ganser wirklich zu Recht unfair behandelt fühlt. Was den Eindruck verstärkt, dass es dem Arena Team ganz offensichtlich nur darum ging, Ganser in der Sendung in der es um Trumps Krieg gegen die Medien gehen sollte, zu diffarmieren, ihn als schlechtes Beispiel für die Verrohrung des Internets und seiner Propagandisten zu zeigen. Ziemlich peinlich gescheitert. Bravo Service Public! Das war ein qualitatives Desaster sonder gleichen, Fakten hin oder her.

Was man an dieser Geschichte im Ganze aber auch sieht, die meisten Akteure haben wohl eine Strategie, aber diese geht nicht immer auf. Ausserdem ist die Wirklichkeit oft komplexer und vielschichtiger als wir sie erfahren können, wohl auch als ich sie hier zu diesem total banalen Ablauf beschrieben haben. Und trauen kann man sowieso nur der eigenen Fähigkeit sich Gedanken zu machen.

 

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