Kurz mal nachdenken

Ich lebe zum ersten Mal in einem Land dessen nicht formell höchstes, aber doch praktisch mächtigstes Staatsoberhaupt jünger ist als ich. Gut dieses Staatsoberhaupt ist allgemein sehr jung historisch gesehen. Seine Name ist Sebastian Kurz und er ist ein als Projektionsfläche für jedermann verkleideter Funktionär der reichsten Klassen dieses Landes, das Paradebeispiel dafür, dass wo Besitzstandswahrung das höchste Ziel der Politik ist, Leistung nicht Handeln sondern Anpassung an das herrschende System bedeutet. Eine Sinnbild meiner Generation der verschwendeten Lebenszeit zweck Rädchen sein für das grosse Ganze das nicht mehr religiös Kirche heisst sondern materiell liberale Demokratie, aber im Kern nur wenig viel freier sein möchte.

Man gibt Persönlichkeit ab und bekommt dafür Einfluss. Jeder der dieses Spiel nicht mitmacht, ist ein unrealistischer Träumer und die Schäden an der eigenen Identität, welche solche Selbstaufgabeprojekte auslösen, wird durch Hass auf abstrakte angeblich fremde Menschengruppen homöopathisch behandelt. Es ist höchst peinlich, wie sich drei der reichsten Länder der Welt, die Schweiz, Österreich, und Deutschland nun seit Jahren medial und diskursiv am Ausländerthemen festgefressen haben. Statt der historischen Aufgabe zu begegnen endlich die totale Ausbeutung von Mensch und Natur zu beenden, was so liegt der Verdacht nahe, nur durch Reduktion des eigenen materiellen Wohlstandes im Sinne einer Besserung globalen Verteilung und damit weniger Armut möglich wäre. Das diese Verteilung kommen wird, schon allein aus demographischen Gründen in Asien, will der Europäer genau so wenig einsehen, wie Verschwendung der letzten 30 Jahre in denen man statt fortschrittliche Politik zu machen, sich primär um sich selbst gedreht hat, einen Art Onanieren vor dem Spiegel und man kommt man dem Orgasmus näher und Sebastian Kurz möchte unbedingt der Spermatropfen sein, der als erstes auf den Boden fällt. Da radikalisiert sich die der rechte Teil der Gesellschaft immer mehr, weil die eigenen Lösungen nicht funktionieren. Das ist wie wenn jemand Rindsleber so lange anbrät bis sie schwarz wird, weil er nicht verstehen will, dass man sie nur ganz kurz anbraten muss. Statt die Selbstlüge erkenne zu wollen bevorzugt man mal wieder den Selbstmord, einfach weil es sich besser anfühlt.

Es gab Fortschritt ganz klar und diese beziehen sich auf gesellschaftliche Freiheiten, aber die werden grossen Teilen der Gesellschaft nur so lange zu gestanden, wie auch ihr Bankkonto stimmt und wie es für jeden grössenwahnsinnigen Egozentriker möglich ist, an seinen gewünschten Platz in der Gesellschaft aufzusteigen. Der Aufstieg eines Sebastian Kurz wird in dieser Welt immer höher gewertet werden, seine Karriere ist für das System evident wichtiger, als jede Form von Gerechtigkeit oder jetzt muss man fast lachen, der Schutz der Umwelt. Und statt des ewigen Nie-Wieder schreiens bezüglich der Nazis hätte man die wichtigste Lektion lernen müssen, die man in der Schweiz und Österreich schon seit den 90er Jahren wieder hat langsam aufscheinen sehen, durch diese Drecksparteien SVP und FPÖ, dass nämlich die Bürgerlichkeit sich immer gern einen Nazi-Baseballschläger hinter der Tür versteckt hält, falls die Umverteilung der Güter doch real werden sollte und ihre Macht evtl. beschneiden. Das die Grossbürgerlichkeit (was heute als ein veraltetes Wort gilt) ebenfalls die Verselbständigung diese Baseballschläger wenn er in grossen Massen unter den Leuten verteilt wird unterschätzt. Man denkt ökonomisch und Baseballschläger sind so billig, ja fast gratis, wie dummes Stimmvieh und die Werbekosten sie dumm zu halten.

In diesem Land Österreich in dem ich lebe und Steuern bezahle ist meine demokratische Teilnahme am System praktisch ausgeschlossen. Dafür darf ich im Nachbarland Schweiz zu dem nur noch Freundschaften und Familie also persönliche aber keinerlei strukturelle Verbindungen mehr bestehen, aussser vielleicht jenes des öffentlichen Verkehrs, immer noch mitbestimmen. Das empfindet in Europa niemand als Skandal. Genauso wenig wie das ansteigenden der Armut in weiten Teilen der Bevölkerung, das politsch nicht aus Unfähigkeit passiert sondern gewollt ist. Wobei Armut sowohl materielle (kein Geld) wie auch geistige Armut (RTL und facebook ) meint. Zweiteres wird nie gesehen, dabei hätten wir hier ein typisches Beispiel für die ideologische Nähe des Bürgerlichen zum Faschismus,weil man nämlich die Leute wirklich für dumm hält und nicht für schlecht ausgebildet. Man glaubt wirklich, dass sie selber Schuld sind, den Bedürfnissen des Systems nicht so zu entsprechen wie man selbst, und das dies geschehen kann, löst Ängste aus und diesen Druck den man dann spürt, sich dem System noch mehr anzupassen, gibt man 1:1 als Sehnsucht nach autoritären Strukturen in die Wahlkabine weiter. Das Rassimus dann nicht als das erkannt wird was er ist, derselbe Menschenhass der so ein System von Supermarktverkäuferinnen und Fabrikarbeitern und Arbeitslosen weiterbestehen lässt, alles hochgradig schädlich für die Betroffenen, verwundert nun wirklich niemanden.

Wer Verantwortung übernimmt kriegt auch mehr Freiheiten. Das ist die urliberale Idee welche in diesem Teil der Welt den Mächtigen als Legitimation dient. Nur ist dieses System natürlich ultraanfällig auf persönliche Korruption und unbewusst weiss jeder Bescheid. Zwecks Gerechtigkeitsempfinden wird dem einfachen Arbeiter auch wenn er sich diese kaum leisten kann dafür die gesunde Avocado aus dem Biosupermarkt angeboten oder einen Billige Ferienreise nach Mallorca damit er sich nicht zu sehr über die Mehrbesseren aufregt und ihre Villa mit Pool am anderen Ende der Insel. Meiner Meinung nach sind die Leute ja alle wahnsinnig unglücklich oder zumindest viele und ausgeglichen wird das durch Sport und Konsum. Jetzt sehen wir wie dieses System langsam bröckelt und dann drehen die Leute am Rad und sie werden über die Propaganda der letzten Jahre vorbereitet sein auf wen sie diesen Hass projizieren müssen und vielleicht muss das auch schneller geschehen als das System zusammenbricht weil nämlich sonst die total hetrogene Gesellschaft schon Realität ist und dann stände man in einer mutliethnischen Gesellschaft ganz ohne Hosen da mit dem Kapitalmus und keine Minderheit weit und breit zum Schuld zu schieben.

Ich bin nicht sicher ob so ein Zusammenfassen von Gedanken wie ich es hier tue sinnvoll ist und ob man dem folgen kann, oder ob es nicht doch zu oberflächlich einerseits und zu assoziativ anderseits ist um als Analyse durchzugehen. Ich möchte mir und das ist vielleicht auch sehr egoistisch nur beweisen, dass man was hier grad passiert erahnen könnte und das es nichts aber auch gar nichts mit der grossen Erzählung zu tun hat, welche die meisten Menschen in Mitteleuropa sich erzählen. Die Erzählung, dass man alles richtig gemacht hat, bis die Fremden kamen. Man hat alles falsch gemacht und auch deshalb kamen die Fremden (die so Fremd gar nicht waren, aber sein mussten) und dann hat man ihnen die Schuld gegeben. Das ist genauso peinlich und verlogen wie der aktuelle österreichische Bundeskanzler.

Advertisements

some gekritzel (2)

Bild (7)

Bild (9)

Bild (8)

Bild (10)

scho wieder 12

pensions2-1

stress-6

pensions2-2

key

key

herr müller & herr meier 11

m5

m2

m4

m3

m1

liebe

liebe1

liebe2

liebe3

liebe4

liebe5

liebe6

liebe7

liebe8

herr müller & herr meier: selbstreflexiv

m&m7.jpeg

m&m6

m&m5

m&m3

m&m2

m&m1

felix austria 2

kbp

gastfreundschaft

reue.jpeg