so

angesichts der proteste in den usa, musste ich an meine zeit in belize denken. ich war dort öfter mit meinem cousin auf einer kleiner karibikinsel. er lebte zu der zeit in belize, ist dort zum teil auch aufgewachsen, weiss wie man sie benehme soll (u.a. viel trinken und lustig sein) und dadurch fühlte ich mich da auch fast wie zu hause und wurde auch so behandelt. einmal war ich allein unterwegs und eine poc frau fuhr mit ihrem kind auf dem fahrrad an mir vorbei und ihr fiel der hut vom kopf. Ich nahm ihn auf und gab ihn ihr. Ihre tochter lächelte mich an. Da sagte sie in strengem ton zu ihrer tocher ohne mich anzublicken. „do you like these people? I dont like them.“ und eine gruppe jungs die am strassenrand sassen lachten laut und ich stand da wie der letze trottel und war sehr wütend und verloren. Man und frau war mir sonst in belize immer mit sehr viel respekt und freundlichkeit begegnet und ich war total perplex und brauchte einige tage um mich zu sammeln. so. das ist das aller einzige mal in meinem gesamten leben, dass ich sowas erlebt habe. Dass ich wegen meinem aussehen diskriminiert wurde, ein ganz klein bissel und es hat mich wirklich durcheinander gebracht und verunsichert. vielleicht mochte sie auch keine touristen. Ich möchte es nicht rassismus nennen. Als weisser mitteleuropäer erlebt man keinen rassismus, dafür sind weder die historischen noch die machtpolitischen umstände gegeben.

Als mein fast-schwager (ich bin mit meiner lebenspartnerin nicht verheiratet) ein aus gambia stammender österreicher mir in tirol beim umziehen half, meinte mein nachbar als er mit seiner viel jüngeren freundin aus osteuropa an uns vorbeiging und grad so weit weg war, dass wir ihn grad so noch hören konnten zu ihr, „der mann hat sich aber auch schon lange nicht mehr gewaschen.“ und seine freundin lachte laut. ich hab ihn nicht zu rede gestellt, irgendwie aus scham und ich bin nicht mal sicher ob mein schwager ihn gehört hat, es war so total peinlich und würdelos. so. das passiert diesem schwager nämlich wenn nicht täglich so sicher wöchentlich in österreich. Oft indirekt oft nicht so plump wie der nachbar, blicke, gesten, beinahe witze usw. nicht so dass man es gleich ansprechen könnte. von der allgemeinheit wird ganz normal davon ausgegangen, dass man als „schwarzer“ oder „gelber“ oder was auch immer, halt a bissel alltagsrassimus durchalten muss, ist ja alles doch sicher nicht so gemeint, also irgendwie doch aber nicht so ganz. mit dem ganzen frust, der wut, dem ärger, der angst muss man alleine klar kommen. empört wird sich nur in der mehreits primär dann, wenn man auf diese zustände hinweist. die struktuelle benachteligung bei jobsuche und karriere, wohnungsuche usw. kommen dann noch dazu.

Die bestimmenden parteien in österreich haben als wichtigste und beliebtesten programmpunkt der ihnen am meisten stimmen bringt, die herabsetzung von menschen mit anderer hautfarbe, religion oder nationalität und gewinnen damit und deshalb wahlen. Diese totale perspektivenlosigkeit einer politik der ausgrenzung scheint by the way die meisten nicht gross zu irritieren.

als die offen rechtsextreme und faschistische wenn diesen umstand auch immer wieder durch kindische spielchen leugnende fpö noch an der regierung war, zog der alltagsrassimus erneut spührbar an. senegalesischen freunde meines schwagers, erlebten im ausgang zum beispiel folgende absurde szene. Es kam ein ihnen wildfremder weisser auf sie zu und liess sich neben ihnen auf den boden fallen und rief „sie haben mich geschlagen, sie haben mich geschlagen! Hilfe. Hilfe!“ ein paar in der nähe anwesende polizisten für welche das schauspiel gedacht war, reagierten zum glück mit auslachen des gespielten opfers, wiesen dieses aber auch nicht zu recht. In den USA hätte die polizei mit grosser wahrscheinlichkeit anders und heftiger reagiert. Und das muss auch hier nicht immer so laufen. Aus wien erzählen zum beispiel leute von täglichen kontrollen durch die polizei auf dem weg zu arbeit nur auf grund der hautfarbe. Erklär mal deinem chef, warum du immer zu spät kommst, weil man dich für einen drogendealer hält. Ich denke auch an zürich, wie oft wir kontrolliert wurden, wenn ich mit meinem kumpel abdi, der in zwischen wieder in kenia lebt unterwegs war, da hatte ich wirklich nie was zu rauchen dabei. Das ist rassimus und er ist für people of color in europa sowie in den usa alltäglich. Dabei ist ungleicheit in reisefreiheit und ökonomischen möglichkeiten ausserhalb der 1. welt noch nicht mal mitgedacht. die körperliche bedrohung durch sicherheitskräfte auch nicht.

Ich muss auch an das sehr gute theaterstück „enjoy racism“ der gruppe thomtruong denken, welches ich vor einiger zeit in münchen gesehen habe. Aufgebaut auf dem berühmten blue eye experiment wurde in einer inszenierung der braunäugige teil des publikums gegenüber den blauäugigen systematisch benachteiligt. Es dauerte keine halbe stunde bis es zum aufstand der „brownies“ kam. (ich lief schafesgleich mit!) Und zwar mit viel emotion und hohen moralischem anspruch. Danach wurde thematisiert, warum man seine eigenen privilegien keine stunde zurückstellen kann, nicht mal im rahmen einer bewussten inszenierung, es aber für nomal hält, das andere teile der bevölkerung, dies einfach so und ohne aussicht auf veränderung tun müssen. Ein guter tritt in die magengrube war dieser abend.

Am 1. juni läuft dann in der zib im orf ein bericht über die proteste in den usa. Als einleitung und grund für die proteste wird angegeben, ein schwarzer mann sei bei einem polizeieinsatz gestorben. Es heisst nicht er sei umgebracht worden, nicht mutmasslich ermordet worden, nein gestorben, wie bei einem autounfall oder einem absturz in den bergen beim wandern. Ein korrespondent vor dem weissen haus wird interviewt und das hauptthema des beitrages ist, ob denn die proteste wohl friedlich bleiben würden heute, oder ob sie wohl wieder ausarten täten und wenn man den mit einer rückkehr zum doch gewünschten normal zustand rechnen dürfe.

Versteckte Menschenfeindlichkeit eine banale Klarstellung

Ich spiel nicht gerne den Erklärbär und hasse Texte mit solchem Anspruch. Da ich aber zur Zeit mit Verschwörungstheorien und Impfgegnerpropaganda zugespamt werde, sind die folgenden Zeilen und relativ simple Gedanken nötig. Einfach weil ich extrem genervt bin.  Es geht mir dabei aber nicht um Menschen welche objektiv und kritisch die Entwicklungen rund um die staatlichen und medizinschen Massnahmen zur „Corona-Krise“ begleiten, sondern um die Haufen Wahnsinnigen, welche meine Zeit verschwenden.

Wir leben in entpolitisierten Zeiten. Ich habe auf Facebook den schönen Satz gelesen:„Das was man heute als systemrelevante Berufe bezeichnet, hiess früher Arbeiterklasse.“. Wenn ich aber hier nur das Wort „Klassenkampf“ schreibe, hört mir der Grossteil der Leser mit der Lektüre auf. Viel lieber verliert man sich in esoterischliberalem Gequatsche vom gesunden Menschenverstand und Bodenständigkeit oder Karma.

Dabei ist folgendes Grundmissverständnis bei vielen Gegnern der modernen Medizin und von Massnahmen gegen Corona zu beobachten: Die Vorstellung von einer guten Natur und den schlechten Menschen. Es würde alles so gut laufen, wenn es natürlich laufen würde und sich der Mensch nicht ständig übermässig einmischen und seinen Platz unter den Bäumen aktzeptieren täte. Wenn er sich als harmonischer Teil des grossen Ganzen einordnen würde usw. Blablabla. Die Vorstellung von einer göttlichen Ordnung und eines Menschen voller Sünde. Das ist so fundamentalistisch religilös wie grundfalsch.

Die Einschätzung ob der Mensch der entscheidende ökologische Faktor auf der Welt ist, überlasse ich Wissenschaftlern. Wir müssen aber wohl davon ausgehen. Wir sind auf jeden Fall Teil eines Ökosystems, welches wir massiv mitgestalten. Wir leben in und von Kulturlandschaften, die wir entscheidenend prägten und prägen. Es ist ein ständiger Austausch. Diesen Austausch gilt es zu gestalten.

Die Vorstellung zur Reinheit der gottgebenen Natur zurückkehren zu können, ist so alt wie das Bewusstsein der Menschen und findet sich zum Beispiel in der Paradieserzählung aus der Bibel wieder. Aber liebe Freunde, es gibt kein zurück, wer das leugnet, wird ab der Unlösbarkeit der Aufgabe zum Menschenfeind. Die romantische Verklärung der Natur kann nur zur Feststellung einer Unfähig- oder Bösartigkeit des Menschen führen. Statt über die Organisation unseres Lebens, reden wir dann über eine imaginierte Moral ohne Grundlage. Statt über Kapitalismus reden wir dann über Gier, statt über medizinische Grundversorgung über Sternzeichen und ihre Auswirkungen aufs Schicksal.

Wer glaubt sich ohne impfen schützen zu können, ist in seiner Vorstellung, wenn man sie ernst nimmt, gerade nicht Teil der Natur, sondern extrem getrennt von ihr und ihren Funktionsweisen. Die Wahnsinnigen von der Esoterikfront negieren unsere Ur-Konflikt mit der Natur, welcher uns zu Menschen macht, in dem sie so tun, als würde er verschwinden, wenn man  man an ihn von den Füssen auf den Kopf stellt. Man kann an unerschöpfliche Selbstheilungskräfte glauben, aber es widerspricht allen relevanten wissenschaftlichen Erkenntnissen und ist vorallem brutal asozial.

Wer nun ernsthaft behauptet sein Körper sei heilig und müsse geschützt werden, glaubt eigentlich den Körper als solches, von allen anderen Tätigkeiten des Menschen wie Autofahren, Reisen, Essen, Arbeiten, kommunizieren usw. abtrennen zu können. Er individualisiert eine globale Disskusion auf den eigenen Vorgarten.

Man muss schon wahrscheinlich weiss und vor allem sehr priviligiert sein, um auf die Idee zu kommen, die Würde der Menschen beginne erst bei der medizinischen Behandlung des eigenen Körpers und gehe niemanden etwas an, auch wenn dieser Körper das Potential hat, andere, vielleicht weniger priviligierte, massiv zu verletzten.

Diese Art zu denken, entlarvt, was mit „Freiheit“ oft gemeint wird: Meine Freiheit über der aller anderer. Hierbei wird Freiheit genauso von ökonomischen Zusammenhängen entkoppelt, also dem global unterschiedlichen Zugang zu Resourcen, wie eben die eigene Gesundheit von der natürlichen, in der Realität also meist menschlichen, Umgebung.

Diese Unantastbarkeit des eigenen Körpers bei gleichzeitiger Gefährdung aller anderen, wird zum Beispiel in einer Unterschriftsammlung für Österreich gefordert, welche um der Dummheit die Corona aufzusetzen auch noch vor Bill Gates warnt, nicht vor dem mit Stiftungen steuernhinterziehendem und eigene Interessen verfolgendem Kapitalisten Bill Gates natürlich, sondern dem angeblichen Weltverschwörungsgiftmischer.

Diese Widersprüchlichkeit soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass hinter der angeblich harmlosen naiven Gleichung „Natur gut, Mensch böse“ realer Menschenhass steckt. Ein Hass der zu feige ist, sich auszuformulieren und sich deshalb hinter der Fassade des Naturliebhabers oder auch gerne hinter Floskeln a la „Früher war alles besser, weil näher an der Natur“ versteckt.

Ich sage nicht, dass dies allen Leuten welche so denken, bewusst ist. Aber ich sage, sie sollen verdammt nochmal endlich ehrlich zu sich selbst sein und die Verdrängung aufgeben. Wenn sie dann kräftig erschrecken umso besser.

Zum Abschluss sei gesagt. Natürlich bräuchte es mehr unberührte Natur der einen Wert zu gesprochen wird, natürlich müsste man Medizin und Landwirtschaft von Kaptialinteressen entkoppeln. Aber dafür müsste man die heilige Kuh namens Enteignungsverbot schlachten und dazu sind diese politischen Vegetarier in keinem Fall bereit, weil es könnte sich dann an ihrer kleinbürgerlichen Welt wirklich fundamental etwas ändern.

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Durchgebrannt

landwirtschaft

Niemand will die Charcuteria von Aurora kaufen

Aurora verkauft seit über 40 Jahren lokale Spezialitäten am Mercado von Burjassot und hat miterlebt, wie sich die Einstellung der Spanier zum Essen veränderte. Heute sucht sie verzweifelt nach einem Nachfolger.

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Illustration Gregor Schenker
Burjassot ist ein Vorort von Valencia, Spanien. Als wir nach dem Weg fragen zum Mercado Municipal, werden wir erst in die falsche Richtung geschickt, zum alten Standort. Doch vor einigen Jahren ist der Markt umgezogen, von der Altstadt auf eine grosse Fläche neben einem Park und der Autobahn. Der Grund dafür war die Parkplatzsituation des alten Marktes. Der lag eingebettet in zu engen Gassen. Der Neue ist eine grosse, helle Stahlhalle, dreimal so gross die nun dazugehörige Fläche für Parkplätze. Über den Schiebetüren aus Glas hängt ein überlebensgrosses Foto von der lachenden Aurora. Sie ist hier eine Institution. Seit 40 Jahren verkauft sie Fleisch und Käse sowie selbstgemachte Saucen aller Art. Aurora wurde 1949 im kleinen Dorf Alarcon in der Provinz Cuenca geboren. Sie ist verheiratet mit Ramon – pensionierter Staatsbeamter, Comic- und Filmnerd sowie Sammler alter Spielsachen, Sprössling der valencianischen Künstlerdynastie der Palancas, Zeitlebens Fan von Real Madrid, schwärmt heute noch von Di Stefano, den er als Kind hat spielen sehen, Ramons Freunde nennen ihn „el maestro“.

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drecksvirus

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herr müller & herr meier 15

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selfie slapstick

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die schweiz aus dem flugzeug (1951)

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